REHM Information und Kommunikation in - Medien Materialien

11. Sept. 2011 ... Le Tombeau d'Olivier Messiaen .... A-Examen und der Konzertreife erfolgreich abschloss. .... Der Satz ist im Grunde zweiteilig; aus dem Tiefpunkt der Verlassenheit steigen Vorwürfe gegen Gott auf, die aber im zweiten Teil ...


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LEXIKON
REHM Information und Kommunikation in Geschichte und Gegenwart
von Margarete Rehm [pic]
Last update: 19. April 2000 © by Walther Umstaetter Vorwort
Der Mensch besaß von jeher die Fähigkeit, sich zu verständigen,
eine Information (lat.: Bildung, Belehrung), d.h. eine Mitteilung,
Nachricht weiterzugeben, zunächst - so muß man wohl annehmen - durch Laute,
Gebärden und Mimik, dann in gesprochenen Wörtern, schließlich mit den
Mitteln der Schrift, durch welche Sprache aus der Hörbarkeit in die
Sichtbarkeit umgesetzt wird.
Die kulturelle Leistung der Schrift besteht darin, daß durch Zeichnen,
Einkerben, Ritzen, Drucken o. ä. von Schriftzeichen auf feste
Beschreibstoffe (Stein, Ton-, Holz- und Wachstafeln, Papyrus, Pergament,
Papier u. a.) sprachliche Aussagen dauernd verfügbar und transportabel
werden. Damit ermöglicht die Schrift erstmals eine
differenzierte Kommunikation (lat.: Gemeinsamkeit, Mitteilung, Unterredung,
Verständigung), d.h. eine Übermittlung und einen Austausch von
Informationen zwischen zwei oder mehreren Partnern, ohne den für das
Gespräch notwendigen direkten Kontakt von Angesicht zu Angesicht.
Schließlich kann auf der Basis der Schrift allererst eine vom Gedächtnis
und von müdlicher Überlieferung unabhängige Literatur und Wissenschaft
entstehen.
Information und Kommunikation sind heute zentrale Begriffe im Alltag
unserer Gesellschaft, werden aber im Durchschnittsverständnis oft
miteinander gleichgesetzt und auch in den wissenschaftlichen Disziplinen,
in denen sie verwendet werden, nicht einheitlich definiert.
Sieht man von den vielfältigen Ausprägungen des Informations- und
Kommunikationsbegriffes ab, so besteht Kommunikation immer aus zwei
Grundvorgängen: der Informationsabgabe durch einen Sender (Kommunikator)
und der Informationsaufnahme durch einen Empfänger (Rezipient), wobei
Sender und Empfänger ihre Rollen wechseln können. Dieser stets über eine
Vermittlungsinstanz (Medium) verlaufende Kommunikationsprozeß umfaßt die
zwischenmenschliche Kommunikation (direkte Kommunikation von Angesicht zu
Angesicht mittels Sprache, Mimik, Ausdruck als Verständigungsmittel) ebenso
wie die Informationsübertragung mit Hilfe technischer Nachrichtensysteme
(indirekte Kommunikation). Für Kommunikationsprozesse mittels technischer
Medien haben sich die
Bezeichnungen Massenkommunikation und Telekommunikation durchgesetzt.
Dabei ist Massenkommunikation vor allem dadurch gekennzeichnet, daß die
Mitteilungen in großer Zahl an ein unbestimmtes Publikum (d.h. an eine dem
Kommunikator als Personen unbekannte Menge von Rezipienten) verbreitet
werden und prinzipiell für jedermann zugänglich sind. Außerdem ist
Massenkommunikation immer Übertragung, niemals Austausch von Mitteilungen;
streng genommen findet nicht Kommunikation, sondern Informationsvermittlung
und -verteilung statt.
Die Öffentlichkeit der Mitteilungen und die Massenhaftigkeit ihrer
Verbreitung werden durch technisch-organisatorische Einrichtungen, durch
Massenmedien, erreicht. Sie werden unter Bezug auf die spezielle Technik,
mit der sie produziert und verbreitet werden, eingeteilt in Druck- oder
Pressemedien (Buch, Zeitung, Zeitschrift u. a.), Funkmedien (Hörfunk,
Fernsehen) sowie Bild- und Tonträgermedien (Film, Schallplatte u. a.).
Der Begriff Telekommunikation, der ursprünglich nur die Telegrafie und die
Telefonie umfaßte, bezeichnet alle Formen von Kommunikation zwischen
Menschen und/oder Geräten mit Hilfe nachrichtentechnischer
Übertragungsverfahren. Die wichtigsten Formen sind Sprachkommunikation
(Fernsprechen, Hörfunk u. a.), Textkommunikation (Fernschreiben, Teletex,
Bildschirmtext, Videotext u. a.) und Datenkommunikation (Datenübertragung,
Datenfernübertragung u. a.).
An den Telekommunikationsformen wird eine charakteristische Eigenschaft der
sogenannten neuen Medien oder neuen Informations- und
Kommunikationstechniken (Abk.: IuK) deutlich, von denen man in Deutschland
seit Beginn der 1970er Jahre spricht: Die Grenzlinien zwischen
Massenkommunikation und Individualkommunikation, zwischen öffentlicher und
privater Kommunikation werden immer unschärfer; neue Medien kombinieren
Elemente verschiedener herkömmlicher Kommunikationstechniken und verbinden
diese darüber hinaus mit Elementen der Computertechnologie.
Die zunächst als neue Medien bezeichneten technischen Neuerungen oder
Weiterentwicklungen wie Telex, Teletex, Bildschirm-, Videotext, Telefax,
Bildplatte, Bildtelefon, Kabel- und Satellitenrundfunk u. a. waren vor
allem bedingt durch elektronisch leistungsfähigere, schnellere und
flächendeckendere Übertragungs-, Wiedergabe- und Speichereinrichtungen,
insbesondere durch Digitalisierung von Information, computergestützte
Steuerung des Übertragungsprozesses und Vernetzung von Medien und Nutzern.
Die vielfältigen Möglichkeiten der neuen Informations- und
Kommunikationstechniken zeigen sich erst, wenn ihre Geräte (zur
elektronischen oder nachrichtentechnischen Übermittlung, Speicherung und
Verarbeitung von Text, Fest- oder Bewegtbild, gesprochener Sprache oder
Daten) über vorhandene und neu zu schaffende Übertragungswege weltweit
miteinander, d.h. durch ein globales Vermittlungsnetz verbunden werden, bei
dem über Glasfaserkabel und Satelliten jede digitalisierte Form der
Information und Kommunikation an jeden Ort, unabhängig von räumlichen
Distanzen und zeitlicher Präsenz, übertragen werden kann.
Dieser Verbindung der beiden auf den gleichen Basistechnologien
(Digitaltechnik, Halbleitertechnologie, Mikro- und Optoelektronik)
beruhenden Gebiete der elektronischen Datenverarbeitung und der
Telekommunikation wird eine solche Bedeutung beigemessen, daß die
Amerikaner von der Zukunft als dem "Age of Compunication" sprechen. Für
diesen aus "computer" und "communication" zusammengesetzten Begriff haben
die Franzosen das Wort "télématique" geprägt; im deutschen Sprachgebrauch
hat sich die Bezeichnung "Telematik" (Kw. aus Telekommunikation und
Informatik) durchgesetzt.
Da in der zweiten Hälfte unseres Jahrhunderts mehr Informations- und
Kommunikationstechniken als in den zwei Jahrtausenden zuvor erfunden
wurden, ist Informationsgesellschaft ein weit verbreitetes Schlagwort für
die Epoche, deren Beginn wir gerade miterleben. Sie ist u. a. dadurch
gekennzeichnet, daß die Techniken der Information und Kommunikation
bestimmenden Einfluß in Politik und Wirtschaft, Kunst und Bildung, Arbeit
und Freizeit, in der Öffentlichkeit wie in der privaten Sphäre nehmen.
Dabei nimmt die gesellschaftliche Bedeutung der Medien zu; wohin dieser
Prozeß führt, läßt sich noch nicht genau sagen.
Umso mehr bietet sich vielleicht an, Rückschau zu halten, wie die
Informationsübertragung in die Zukunft nach Art der Schrift durch eine
Reihe von Erfindungen (Buchdruck, Photographie, Schreibmaschine,
Schallplatte, Film, Magnetbandaufzeichnung u.a.) verbessert und ergänzt
wurde und wie die sprachliche Verständigung des Menschen durch technische
Neuerungen (Telegraf, Telefon, Hörfunk, Fernsehen u. a.) sich zu einem
erdweiten Netz der Fernkommunikation entwickelt.
So ist dieses Buch ein Versuch, in chronologischer Übersicht die
wichtigsten Erfindungen, Ereignisse, Daten u. ä. aus dem Bereich der
Information und Kommunikation zusammenzustellen. Daß ein solcher Überblick
nicht den Anspruch auf Vollständigkeit erheben kann, erklärt sich schon
daraus, daß der zeitliche Bogen von den Anfängen bis in die Gegenwart
gespannt ist.
Die Stoffauswahl ist zudem vor allem dadurch bestimmt, daß immer nur das
aufgezeigt wird, was sich zum erstenmal ereignete. Ferner ist die
Darstellung insbesondere auf europäische, oft auch nur auf deutsche
Entwicklungen ausgerichtet.
Die Antworten auf die Frage nach den frühest datierbaren Ereignissen finden
sich (wenn überhaupt) zwar verstreut in vielen literarischen Quellen; doch
sie ausfindig zu machen, ist meistens zeitraubend. Zielsetzung dieses
Nachschlagewerkes war es deshalb auch, durch eine einzige
Informationsquelle die Suche zu erleichtern.
Die herangezogenen zahlreichen und verschiedenartigen Quellen, die wohl
verständlicherweise hier nicht aufgezählt werden können, zeigen in der
Datierung oft Abweichungen voneinander, so daß nicht behauptet werden kann,
daß alle Ergebnisse der Nachforschungen unanfechtbar wären, wenn auch zur
Klärung des Sachverhaltes versucht wurde, auf die letzten erreichbaren
sekundären Schriften zurückzugreifen.
Da die vorliegende Chronologie nicht für den Experten, sondern in erster
Linie für den auszubildenden Bibliothekar sowie alle diejenigen bestimmt
ist, die an dem Thema interessiert sind, erschöpft sich der Text nicht in
einer bloßen Anhäufung von Fakten, sondern es sind, sofern es notwendig
erschien, Begriffe erklärt sowie Entwicklung und Zusammenhänge beschrieben
worden.
Damit die chronologisch angelegte Übersicht sich auch zum "Blättern"
eignet, sind in der zeitlichen Reihung die einzelnen Sachverhalte am Rand
durch schlagwortartige Informationen gekennzeichnet.
Die gezielte Suche erfolgt über ein kombiniertes Personen- und
Sachregister. In ihm sind Personen nur genannt, sofern ihr Werk, ihre
Tätigkeit o. ä. eine Eigenleistung darstellt oder von besonderer Bedeutung
ist. Gemäß der in Lexika heute allgemein üblichen Form folgen Namen und
Sachbegriffe einander nach dem ABC. Umlaute (ä, ö, ü) sind wie einfache
Vokale eingeordnet. Artikel und Präpositionen bleiben bei der Einordnung
unberücksichtigt. Die Ziffern verweisen auf die Jahre; die in Klammer
stehende Zahl gibt die entsprechende Stelle innerhalb des Jahres an.
Verwendete Abkürzungen sind in einem Abkürzungsverzeichnis
zusammengestellt.
Vom Anfang - 1. Jh. n. Chr.
Eine Zeitreihe - wann war was erstmalig?
Von der Schrift, der Gesamtheit der in einem System zusammengefaßten
graphischen Zeichen, mit denen Sprache sichtbar festgehalten und lesbar
gemacht wird, unterscheiden sich ihre Vorstufen dadurch, daß sie noch nicht
alle ihre Merkmale aufweisen: die gegenständli
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