REHM Information und Kommunikation in - Medien Materialien

11. Sept. 2011 ... Le Tombeau d'Olivier Messiaen .... A-Examen und der Konzertreife erfolgreich abschloss. .... Der Satz ist im Grunde zweiteilig; aus dem Tiefpunkt der Verlassenheit steigen Vorwürfe gegen Gott auf, die aber im zweiten Teil ...


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LEXIKON
REHM Information und Kommunikation in Geschichte und Gegenwart
von Margarete Rehm

Last update: 19. April 2000 © by Walther Umstaetter

Vorwort
Der Mensch besaß von jeher die Fähigkeit, sich zu verständigen, eine Information (lat.: Bildung, Belehrung), d.h. eine Mitteilung, Nachricht weiterzugeben, zunächst - so muß man wohl annehmen - durch Laute, Gebärden und Mimik, dann in gesprochenen Wörtern, schließlich mit den Mitteln der Schrift, durch welche Sprache aus der Hörbarkeit in die Sichtbarkeit umgesetzt wird.
Die kulturelle Leistung der Schrift besteht darin, daß durch Zeichnen, Einkerben, Ritzen, Drucken o. ä. von Schriftzeichen auf feste Beschreibstoffe (Stein, Ton-, Holz- und Wachstafeln, Papyrus, Pergament, Papier u. a.) sprachliche Aussagen dauernd verfügbar und transportabel werden. Damit ermöglicht die Schrift erstmals eine differenzierte Kommunikation (lat.: Gemeinsamkeit, Mitteilung, Unterredung, Verständigung), d.h. eine Übermittlung und einen Austausch von Informationen zwischen zwei oder mehreren Partnern, ohne den für das Gespräch notwendigen direkten Kontakt von Angesicht zu Angesicht. Schließlich kann auf der Basis der Schrift allererst eine vom Gedächtnis und von müdlicher Überlieferung unabhängige Literatur und Wissenschaft entstehen.
Information und Kommunikation sind heute zentrale Begriffe im Alltag unserer Gesellschaft, werden aber im Durchschnittsverständnis oft miteinander gleichgesetzt und auch in den wissenschaftlichen Disziplinen, in denen sie verwendet werden, nicht einheitlich definiert.
Sieht man von den vielfältigen Ausprägungen des Informations- und Kommunikationsbegriffes ab, so besteht Kommunikation immer aus zwei Grundvorgängen: der Informationsabgabe durch einen Sender (Kommunikator) und der Informationsaufnahme durch einen Empfänger (Rezipient), wobei Sender und Empfänger ihre Rollen wechseln können. Dieser stets über eine Vermittlungsinstanz (Medium) verlaufende Kommunikationsprozeß umfaßt die zwischenmenschliche Kommunikation (direkte Kommunikation von Angesicht zu Angesicht mittels Sprache, Mimik, Ausdruck als Verständigungsmittel) ebenso wie die Informationsübertragung mit Hilfe technischer Nachrichtensysteme (indirekte Kommunikation). Für Kommunikationsprozesse mittels technischer Medien haben sich die Bezeichnungen Massenkommunikation und Telekommunikation durchgesetzt.
Dabei ist Massenkommunikation vor allem dadurch gekennzeichnet, daß die Mitteilungen in großer Zahl an ein unbestimmtes Publikum (d.h. an eine dem Kommunikator als Personen unbekannte Menge von Rezipienten) verbreitet werden und prinzipiell für jedermann zugänglich sind. Außerdem ist Massenkommunikation immer Übertragung, niemals Austausch von Mitteilungen; streng genommen findet nicht Kommunikation, sondern Informationsvermittlung und -verteilung statt.
Die Öffentlichkeit der Mitteilungen und die Massenhaftigkeit ihrer Verbreitung werden durch technisch-organisatorische Einrichtungen, durch Massenmedien, erreicht. Sie werden unter Bezug auf die spezielle Technik, mit der sie produziert und verbreitet werden, eingeteilt in Druck- oder Pressemedien (Buch, Zeitung, Zeitschrift u. a.), Funkmedien (Hörfunk, Fernsehen) sowie Bild- und Tonträgermedien (Film, Schallplatte u. a.).
Der Begriff Telekommunikation, der ursprünglich nur die Telegrafie und die Telefonie umfaßte, bezeichnet alle Formen von Kommunikation zwischen Menschen und/oder Geräten mit Hilfe nachrichtentechnischer Übertragungsverfahren. Die wichtigsten Formen sind Sprachkommunikation (Fernsprechen, Hörfunk u. a.), Textkommunikation (Fernschreiben, Teletex, Bildschirmtext, Videotext u. a.) und Datenkommunikation (Datenübertragung, Datenfernübertragung u. a.).
An den Telekommunikationsformen wird eine charakteristische Eigenschaft der sogenannten neuen Medien oder neuen Informations- und Kommunikationstechniken (Abk.: IuK) deutlich, von denen man in Deutschland seit Beginn der 1970er Jahre spricht: Die Grenzlinien zwischen Massenkommunikation und Individualkommunikation, zwischen öffentlicher und privater Kommunikation werden immer unschärfer; neue Medien kombinieren Elemente verschiedener herkömmlicher Kommunikationstechniken und verbinden diese darüber hinaus mit Elementen der Computertechnologie.
Die zunächst als neue Medien bezeichneten technischen Neuerungen oder Weiterentwicklungen wie Telex, Teletex, Bildschirm-, Videotext, Telefax, Bildplatte, Bildtelefon, Kabel- und Satellitenrundfunk u. a. waren vor allem bedingt durch elektronisch leistungsfähigere, schnellere und flächendeckendere Übertragungs-, Wiedergabe- und Speichereinrichtungen, insbesondere durch Digitalisierung von Information, computergestützte Steuerung des Übertragungsprozesses und Vernetzung von Medien und Nutzern.
Die vielfältigen Möglichkeiten der neuen Informations- und Kommunikationstechniken zeigen sich erst, wenn ihre Geräte (zur elektronischen oder nachrichtentechnischen Übermittlung, Speicherung und Verarbeitung von Text, Fest- oder Bewegtbild, gesprochener Sprache oder Daten) über vorhandene und neu zu schaffende Übertragungswege weltweit miteinander, d.h. durch ein globales Vermittlungsnetz verbunden werden, bei dem über Glasfaserkabel und Satelliten jede digitalisierte Form der Information und Kommunikation an jeden Ort, unabhängig von räumlichen Distanzen und zeitlicher Präsenz, übertragen werden kann.
Dieser Verbindung der beiden auf den gleichen Basistechnologien (Digitaltechnik, Halbleitertechnologie, Mikro- und Optoelektronik) beruhenden Gebiete der elektronischen Datenverarbeitung und der Telekommunikation wird eine solche Bedeutung beigemessen, daß die Amerikaner von der Zukunft als dem "Age of Compunication" sprechen. Für diesen aus "computer" und "communication" zusammengesetzten Begriff haben die Franzosen das Wort "télématique" geprägt; im deutschen Sprachgebrauch hat sich die Bezeichnung "Telematik" (Kw. aus Telekommunikation und Informatik) durchgesetzt.
Da in der zweiten Hälfte unseres Jahrhunderts mehr Informations- und Kommunikationstechniken als in den zwei Jahrtausenden zuvor erfunden wurden, ist Informationsgesellschaft ein weit verbreitetes Schlagwort für die Epoche, deren Beginn wir gerade miterleben. Sie ist u. a. dadurch gekennzeichnet, daß die Techniken der Information und Kommunikation bestimmenden Einfluß in Politik und Wirtschaft, Kunst und Bildung, Arbeit und Freizeit, in der Öffentlichkeit wie in der privaten Sphäre nehmen. Dabei nimmt die gesellschaftliche Bedeutung der Medien zu; wohin dieser Prozeß führt, läßt sich noch nicht genau sagen.
Umso mehr bietet sich vielleicht an, Rückschau zu halten, wie die Informationsübertragung in die Zukunft nach Art der Schrift durch eine Reihe von Erfindungen (Buchdruck, Photographie, Schreibmaschine, Schallplatte, Film, Magnetbandaufzeichnung u.a.) verbessert und ergänzt wurde und wie die sprachliche Verständigung des Menschen durch technische Neuerungen (Telegraf, Telefon, Hörfunk, Fernsehen u. a.) sich zu einem erdweiten Netz der Fernkommunikation entwickelt.
So ist dieses Buch ein Versuch, in chronologischer Übersicht die wichtigsten Erfindungen, Ereignisse, Daten u. ä. aus dem Bereich der Information und Kommunikation zusammenzustellen. Daß ein solcher Überblick nicht den Anspruch auf Vollständigkeit erheben kann, erklärt sich schon daraus, daß der zeitliche Bogen von den Anfängen bis in die Gegenwart gespannt ist. Die Stoffauswahl ist zudem vor allem dadurch bestimmt, daß immer nur das aufgezeigt wird, was sich zum erstenmal ereignete. Ferner ist die Darstellung insbesondere auf europäische, oft auch nur auf deutsche Entwicklungen ausgerichtet.
Die Antworten auf die Frage nach den frühest datierbaren Ereignissen finden sich (wenn überhaupt) zwar verstreut in vielen literarischen Quellen; doch sie ausfindig zu machen, ist meistens zeitraubend. Zielsetzung dieses Nachschlagewerkes war es deshalb auch, durch eine einzige Informationsquelle die Suche zu erleichtern.
Die herangezogenen zahlreichen und verschiedenartigen Quellen, die wohl verständlicherweise hier nicht aufgezählt werden können, zeigen in der Datierung oft Abweichungen voneinander, so daß nicht behauptet werden kann, daß alle Ergebnisse der Nachforschungen unanfechtbar wären, wenn auch zur Klärung des Sachverhaltes versucht wurde, auf die letzten erreichbaren sekundären Schriften zurückzugreifen.
Da die vorliegende Chronologie nicht für den Experten, sondern in erster Linie für den auszubildenden Bibliothekar sowie alle diejenigen bestimmt ist, die an dem Thema interessiert sind, erschöpft sich der Text nicht in einer bloßen Anhäufung von Fakten, sondern es sind, sofern es notwendig erschien, Begriffe erklärt sowie Entwicklung und Zusammenhänge beschrieben worden.
Damit die chronologisch angelegte Übersicht sich auch zum "Blättern" eignet, sind in der zeitlichen Reihung die einzelnen Sachverhalte am Rand durch schlagwortartige Informationen gekennzeichnet.
Die gezielte Suche erfolgt über ein kombiniertes Personen- und Sachregister. In ihm sind Personen nur genannt, sofern ihr Werk, ihre Tätigkeit o. ä. eine Eigenleistung darstellt oder von besonderer Bedeutung ist. Gemäß der in Lexika heute allgemein üblichen Form folgen Namen und Sachbegriffe einander nach dem ABC. Umlaute (ä, ö, ü) sind wie einfache Vokale eingeordnet. Artikel und Präpositionen bleiben bei der Einordnung unberücksichtigt. Die Ziffern verweisen auf die Jahre; die in Klammer stehende Zahl gibt die entsprechende Stelle innerhalb des Jahres an.
Verwendete Abkürzungen sind in einem Abkürzungsverzeichnis zusammengestellt.


Vom Anfang - 1. Jh. n. Chr.
Eine Zeitreihe - wann war was erstmalig?
Von der Schrift, der Gesamtheit der in einem System zusammengefaßten graphischen Zeichen, mit denen Sprache sichtbar festgehalten und lesbar gemacht wird, unterscheiden sich ihre Vorstufen dadurch, daß sie noch nicht alle ihre Merkmale aufweisen: die gegenständlichen Vorstufen, wie Grenzsteine, Kerbhölzer, Knotenschnüre (Quipu) u.ä., können zwar Erinnerungs- oder Mitteilungszwecken dienen, sind aber nicht graphisch fixiert; die zeichnerischen Vorstufen sind zwar graphisch hervorgebracht, erfüllen aber keinen Mitteilungszweck. So waren die Felsbilder, die an Felswänden, besonders in Höhlen, auf Steinplatten und Felsblöcken angebrachten Darstellungen verschiedenen Inhalts, vor allem von Tieren, wie sie sich insbesondere in zahlreichen Höhlen Westeuropas finden, vermutlich nicht zur Information von Menschen bestimmt; vielmehr dürften diese ältesten, in ihrem Alter gesicherten Dokumente der Menschheit (30000 -8000 v.Chr.) wohl kultischen Zwecken, möglicherweise auch nur als Äußerung des Kunst- oder Spieltriebes gedient haben. Aber auch die frühen Bilderschriften erlaubten zwar Mitteilungen, waren aber noch ohne Sprachbindung.
Die Anfänge der Bilderschrift, einer Schrift, die Wörter, Begriffe oder gedankliche Zusammenhänge in bildhafter Form darstellt, sind in die Zeit um etwa 10000 v.Chr. zu datieren. Die frühen Bilderschriften zeigten Gegenstände, Tiere, Pflanzen, Tätigkeiten in stilisierter, aber noch ohne weiteres erkennbarer Gestalt. Bilderschriften dieser Art waren die ältesten Schriften überhaupt: die archaische Bilderschrift der Sumerer (Keilschrift [3500 v.Chr.]) und die Vorläufer der ägyptischen Hieroglyphen(3000 v.Chr.).
Die "Erfindung" der Schrift gehört zu den entscheidenden Wendepunkten innerhalb der kulturellen Entwicklung der Menschheit. Die Schrift entstand zwischen Mitte und Ende des 4. Jtsd. v.Chr.im Vorderen Orient mit der Keilschrift der Sumerer (3500 v.Chr.) und den Hieroglyphen der Ägypter (3000 v.Chr.) sowie im Fernen Osten mit den Ideogrammen der Chinesen (chinesische Schrift [2. Jahrtsd. v.Chr.]).
Ton als Beschreibstoff benutzten bereits Ende des 4. Jtsd. v.Chr. die Sumerer. Auf Tausenden von Tontafeln sind die Schriftzeugnisse der Babylonier und Assyrer überliefert. Als eine der berühmtesten Tontafelsammlungen gilt die in Ninive gefundene Bibliothek des assyrischen Königs Assurbanipal (668 bis etwa 627 v. Chr.) (heute zum größten Teil im Britischen Museum, London). Sie enthält u.a. die frühbabylonischen Fragmente des Gilgamesch-Epos (um 2000 v.Chr.), die zu den ältesten erhaltenen "Büchern" (in Form von Tontafeln) gehören. Der Ton wurde für Schreibzwecke in verschiedenen Qualitäten verarbeitet. Als Schreibgerät diente der aus hartem Schilfrohr (auch aus Knochen oder Metall) hergestellte, vorn abgeschrägte Griffel mit rechteckigem oder dreieckigem Querschnitt, mit dem die (Keil-) Schriftzeichen in den weichen Ton gedrückt wurden. Die Tafeln wurden an der Sonne getrocknet oder auch, um sie dauerhafter zu machen, im Feuer gebrannt.
Der Stempel- und Siegeldruck war als ältestes Druckverfahren in den frühen mesopotamischen und ägyptischen Kulturen (4./3. Jahrtsd. v.Chr.) bekannt und später im antiken Rom weit verbreitet: Stempel in Form von Stein-, Ton- oder Metallplatten mit Bild- und/oder Schriftgravierungen dienten vor allem zu Beurkundungen und zur Kennzeichnung keramischer Erzeugnisse (Töpfe, Schüsseln, Ziegelsteine). Rollsiegel benutzte man in Mesopotamien Anfang des 3. Jtsd. v.Chr. Der Schritt von diesem frühen Druckverfahren zur systematischen Vervielfältigungstechnik wurde nicht getan. Stempel und Siegel sind für verschiedene Zwecke bis heute in Gebrauch geblieben.
Zu den organisierten Nachrichtenübermittlungseinrichtungen gehören die Verkehrsmittel (Fahrzeuge). Mit dem Verkehr entstand das Bedürfnis, Neuigkeiten über immer größere Entfernungen hinweg (wie Waren) auszutauschen. Am Anfang der technischen Entwicklung von Fahrzeugen standen das Rad, die Straße und der Ersatz menschlicher Muskelkraft durch Zugtiere. Der Wagen, ein meist zweiachsiges Fahrzeug mit Rädern, im engeren Sinn ein bespanntes, z.B. von Pferden gezogenes Fahrzeug, im weiteren Sinn der Kraftwagen und der Eisenbahnwagen, entwickelte sich mit der Erfindung des Rades im 4. Jtsd. v.Chr. Die ältesten Wagen in Nordsyrien und Sumer waren zweirädrig, und ihre Räder bestanden aus zwei oder drei rund zugeschnittenen hölzernen Teilen, die mit hölzernen oder bronzenen Klammern zusammengehalten wurden. Mit Hilfe von Wagenrädern ließen sich schwere Lasten leichter und rascher von einem Ort zum anderen transportieren, überdies in größeren Mengen als durch Tragtiere und Menschenkraft.
Die Ursprünge der Karten (kartographischen Darstellungen von Erscheinungen und Sachverhalten der Erde, anderer Weltkörper oder des Weltraumes in einer Ebene) reichen bis ins Altertum zurück. Die älteste bisher bekannte "Landkarte" wurde als Tontäfelchen bei Nuzi, dem heutigen Jorgan Tepe, südwestlich von Kirkuk, Irak, gefunden und dürfte um 3800 v.Chr. entstanden sein. Sie zeigt Nordmesopotamien mit Bergen, Fluß und Städten.
Als früheste Schrift der Menschheit gilt die der Sumerer, der ältesten seit dem 4. Jtsd. v.Chr. geschichtlich bezeugten Einwohner Südmesopotamiens. Ihre ab etwa 3500 v.Chr. für die Zwecke der zentralen Tempelverwaltung als Gebrauchsschrift geschaffene reine Bilderschrift wurde bereits um 3000 v.Chr. bei weitgehender Phonetisierung zu völlig abstrakten Formen umgebildet. Um 2800 v.Chr., als die Akkader in das Gebiet der Sumerer eindrangen und deren Wort- und Silbenschrift ihrer semitischen Sprache anpaßten, entstanden keilförmige Zeichen, welche senkrecht, waagerecht und querschief zu Gruppen geordnet, die Schrift ergaben. Diese sogenannte Keilschrift wurde im 2. Jahrtsd. v.Chr. von den Babyloniern und Assyrern weiter ausgebildet bzw. abgewandelt und vereinfacht. Im 2. Jahrtsd. v.Chr. galt die Keilschrift im gesamten alten Orient als internationale Verkehrsschrift, bis ab dem 8. Jh. v.Chr. allmählich die mesopotamischen, in den folgenden Jahrhunderten auch die anderen Keilschriften verdrängt wurden.  Schreibmaterial für die Keilschriften waren Tontafeln, seltener Stein (z.B. Bildstelen), vereinzelt Metall (z.B. Gefäße), im 1. Jtsd. v.Chr. auch Wachstafeln.  Die Kenntnis der Keilschrift ging verloren. Erst 1802 gelang Georg Friedrich Grotefend der erste Schritt zu ihrer Entzifferung.
Faßt man die von amerikanischen Computerkonstrukteuren erfundenen Ausdrücke "Hardware" (engl."harte Ware", Metallwaren) als Sammelbegriff für die maschinentechnische Ausrüstung (Bauelemente, Geräte) einer elektronischen Datenverarbeitungsanlage und "Software" (engl.- "weiche Ware") als Sammelbegriff für die nichtapparativen Bestandteile (Programme, Betriebsanleitung u.a.) nicht allzu eng, d.h. versteht man unter Software die ersten Zahlzeichen und die frühen Zahlensysteme und zählt man zur Hardware Finger, Zehen, Rechensteine und Rechenstäbchen, so entstanden aus dieser Hardware und dieser Software die Rechenmaschinen, als die ältesten "Computer". Die einfachste Rechenmaschine war der vermutlich um 3000 v.Chr. von den Babyloniern erfundene Abakus (griech.= Brett), der, von mehreren Kulturkreisen übernommen, als Rechenhilfe für die vier Grundrechnungsarten benutzt wurde und als erstes Hilfsmittel der manuellen Datenverarbeitung angesehen werden kann. In Europa wurde der Abakus bis zum Aufkommen des Rechnens mit indisch-arabischen Ziffern (15./16. Jh.) verwendet. Ursprünglich in Form eines mit Sand bestreuten Holzbrettes, auf dem die Zahlzeichen geschrieben wurden, entwickelte sich der Abakus zum hölzernen Rechenbrett mit frei beweglichen oder in Rillen verschiebbaren Rechensteinen, von deren Stellung ihr Zahlenwert abhing. Von den Römern wurde das Rechenbrett um 300 v.Chr. zu einem handgroßen Gerät ("Handabakus") weiterentwickelt. Die Chinesen rechneten seit dem 11. Jh. v.Chr. mit dem Abakus, von dessen verschiedenen Systemen der "Suan-pan" (übersetzt - Rechenbrett) am weitesten verbreitet war. Im 10. Jh. n. Chr. gab es das chinesische Rechenbrett mit durchbohrten, auf Stangen aufgefädelten Rechenkugeln. Der chinesische Suan-pan gelangte im 16. Jh. nach Japan, wurde nur wenig abgeändert und hieß hier "Soroban". Ebenfalls von China aus dürfte das Rechenbrett nach Rußland und in den Fernen Osten gekommen sein. Rußlands Abakus mit dem Namen "Stschoty" wurde noch im 20. Jh. erfolgreich verwendet.
Die altägyptische Hieroglyphenschrift (Hieroglyphen [griech.] - heilige Schriftzeichen), eine Bilderschrift, die aus Wort- und Silbenzeichen und Einzelkonsonanten bestand, ist seit etwa 3000 v. Chr. nachweisbar. Die Hieroglyphen wurden mit dem Meißel in Stein gehauen, aber auch mit dem Pinsel auf Papyrus, Gefäße oder Wandflächen geschrieben. Neben der meist für kultische Zwecke verwendeten hieroglyphischen Monumentalschrift entwickelte sich die für profane Zwecke gebrauchte hieratische (priesterliche) (Buch-) Schrift, eine der Handschrift angepaßte Kursive, seit etwa 2500 v.Chr. nachweisbar. Diese wurde im 7. Jh. v.Chr. von der seit dem 10. Jh. v.Chr. entstandenen stark vereinfachten demotischen (volkstümlichen) Schrift ersetzt; die hieratische Schrift wurde seitdem nur noch für heilige Schriften benutzt. Im 3. Jh. n. Chr. setzte sich die seit dem 2. Jh. v.Chr. in Ägypten verwendete griechische Schrift, vermischt mit Resten der demotischen Schrift, als sogenannte koptische Schrift durch. Die Kenntnis der ägyptischen Hieroglyphen schwand seit der römischen Kaiserzeit. Erst die Entdeckung des Steins von Rosette (1799) und seine Entzifferung (1822) durch Jean François Champollion machten das Lesen altägyptischer Texte wieder möglich.
Schriftzeichen und deren Träger sind von jeher Ziele obrigkeitlicher Vernichtungsaktionen gewesen. Die Vernichtung steinerner Inschriften ist aus Ägypten bereits im Alten Reich (2260 -2160 v.Chr.) bekannt: Namenskartuschen verstorbener Herrscher oder in Ungnade gefallener Personen wurden ausgemeißelt.
Aus dem ägyptischen Totenglauben ist die Sitte zu verstehen, dem Verstorbenen Texte (Totenliteratur) mit ins Grab zu geben, sei es als Inschrift auf den Grabwänden der Pyramiden (Pyramidentexte [- königliche Totentexte], seit Ende der 5. Dynastie [2470 - 2320 v.Chr.] und während der 6. Dynastie [2320 -2160 v.Chr.]), auf den Särgen (Sargtexte, im Mittleren Reich [2040 - 1785 v.Chr.], nicht mehr an den König gebunden) oder auf Papyrusrollen (Totenbücher, seit dem neuen Reich [1552 - 1070 v.Chr.]). Die Texte sind religiöse Spruchsamlungen zum Gebrauch der Toten gegen Gefahren und Entbehrungen im Jenseits. Gleichzeitig schuf das Neue Reich mit den Unterweltsbüchern neue königliche Totentexte, die der Beschreibung des Jenseits dienen.
Zahlenvorstellungen wurden nachweislich schon in der Jungsteinzeit entwickelt und waren vermutlich sowohl kultischen als auch praktischen Ursprungs. Finger, Hände und Zehen dürften einen entscheidenden Einfluß auf die Entwicklung von Zahlzeichen und Zahlensystemen gehabt haben. So rechneten die Chinesen, Mayas, die Griechen und Römer entsprechend den fünf Fingern einer Hand mit einem Fünfer-System, Ägypter, Sumerer und Babylonier hatten, indem sie beide Hände heranzogen, ein Zehner-System. Inder und Mayas bauten unter Zuhilfenahme der Zehen in ihre Zahlensysteme noch eine Zwanziger-Stufung ein. Sumerer und Babylonier mischten das Zehner-System mit einem Sechziger System. Der Ursprung für die Basis 60 wird in ihrer Jahreseinteilung in 6 x 60 = 360 Tage gesehen. Ein schriftlich festgehaltenes Zahlensystem wurde erstmals mit einer Tontafel aus Uruk (3. Jahrtsd. v.Chr.) überliefert. Sie enthält Aufzeichnungen über Tiere und Getreide in dem gemischten Zehner-Sechziger-System.
Papyrus, der Vorläufer des Papiers, war der erste aus einer Pflanze, der in den Nilsümpfen wachsenden Papyrusstaude, hergestellte Beschreibstoff in Blatt-, Rollen- und Buch- (Codex-) form. Zur Papyrusherstellung wurde das entrindete Stengelmark in dünnste Streifen geschnitten, die in einer senkrechten und einer waagerechten Schicht aufeinandergelegt wurden. Durch den stärkehaltigen Zellsaft entstanden beim Pressen und Klopfen fest verklebte Doppelschichten, die, egalisiert, getrocknet und poliert, als (allerdings nur auf einer Seite gut beschreibbare) Einzelblätter oder, in beliebiger Zahl aneinandergeleimt, als Rollen in den Handel kamen. Papyrus läßt sich als Beschreibstoff in Ägypten für den Beginn des 3. Jtsd. v.Chr. nachweisen. Zum Schreiben diente ein schräg gekappter Binsenhalm, seit dem 3. Jh. v.Chr. der (Schilf-) Rohrhalm mit gespaltener Spitze. Papyrus gelangte als wichtiger Exportartikel Ägyptens in die ganze antike Kulturwelt und wurde erst ab dem 2. Jh.n.Chr. allmählich vom Pergament verdrängt.
Tinten (von lat. tingere - färben, wäßrige Lösungen färbender Stoffe) und Tuschen (von frz. toucher berühren, wäßrige Pigmentaufschwemmungen oder Farbstofflösungen mit hohem Bindemittelanteil) werden zum Schreiben, Zeichnen und Malen verwendet. Das höhere Alter hat die Tusche. Tuschen wurden unabhängig voneinander in China und Ägypten schon zu Beginn des3. Jtsd. v.Chr. aus Lampenruß (Ruß aus verbranntem Sesamöl) und Leim hergestellt. Sie wurden in getrockneter Form geliefert und mußten bei der Verwendung erst mit Wasser angerieben werden. Es wurde meistens mit schwarzer Tusche (aus Ruß) geschrieben; für Initialen und Überschriften verwendete man oft rote Tusche (aus Zinnober). Die Schrift hielt sich im allgemeinen vorzüglich, während sich die späteren Sepia- und Metalltinten weniger bewährten. Die Tinten des klassischen Altertums bestanden gewöhnlich aus schwarzem Farbstoff (Ruß aus Harz oder Pech, Sepia) in einer Gummi- oder Leimlösung. Im 19. Jh. wurden für die Tuschen- und Tintenherstellung die natürlichen Farbstoffe von den synthetischen abgelöst.
Die Buchform im alten Ägypten und im Kulturbereich der Griechen und Römer war die Rolle aus Papyrus und Pergament. Das Format der Buchrolle schwankte zwischen 5 und 40 cm Höhe (durchschnittlich 20 -30 cm) und bis zu 20 m und mehr Länge. Beschrieben wurde sie im allgemeinen nur einseitig mit von rechts nach links einander folgenden Spalten, deren Breite im Durchschnitt etwa 50 -60 Buchstaben betrug. Die Zeilen liefen parallel zur Längsseite der Rolle. Die Herstellung von Papyrusrollen ist in Ägypten schon um 3000 v.Chr. nachzuweisen. (Möglicherweise war aber die Lederrolle noch vorher in Gebrauch.) Als älteste erhaltene beschriebene Papyrusrolle (und zugleich als ältestes erhaltenes "Buch" der Welt) gilt der sogenannte Papyrus Prisse, eine Sammlung von Weisheitslehren, in hieratischer Schrift mit schwarzer und roter Tinte geschrieben und wahrscheinlich im 3. Jahrtsd. v.Chr. entstanden. Benannt wurde dieses ägyptische Rollenbuch nach dem französischen Orientalisten Achille Constant Théodore Emille Prisse d'Avennes (* Avesnes-sur-Helpe 1807, † Paris 1879), der es in einem thebanischen Grab fand (heute in der Bibliothèque Nationale, Paris).  Von Ägypten aus verbreitete sich die Buchrolle aus Papyrus über die ganze antike Welt und lebte, als sie seit dem 2. Jh. n. Chr. nach und nach durch den Codex verdrängt wurde, in der Pergamentrolle des Mittelalters, in der Thorarolle sowie in der Urkundenrolle bis heute fort.
Die Uranfänge der Nachrichtenübermittlung (Nachrichtenbeförderung) liegen im Dunkel der Geschichte. Sehr wahrscheinlich ist das Botenwesen als eine Form der Nachrichtenübermittlung schon bald nach den ersten Staatengrundungen entstanden; denn jeder Herrscher brauchte Boten für die Zustellung von Nachrichten, z.B. um in entfernten Teilen seines Reiches seinen Willen kundzutun. In der um 2500 v.Chr. entstandenen Pyramide des Numchorem, eines hohen Beamten des Pharaos, fand man die Scherben einer Vase mit der ersten überlieferten bildlichen Darstellung eines (ägyptischen) Boten.
Das Kommunikationsmittel "Brief" (zu lat. brevis [libellus ] - kurzes Schriftstück), eine schriftliche, meist verschlossen übersandte Mitteilung an einen abwesenden Adressaten, gab es schon im Alten Orient. So sind aus allen altägyptischen Geschichtsperioden geschriebene Briefe, zumeist auf Papyrus, auch auf Scherben zerbrochener Gefäße (griech.- Ostraka), erhalten. Persönliche Briefe von Königen an vertraute Beamte sind in Abschriften in den Beamtengräbern abgebildet. Als ältester bekannter (umfangreicherer) Brief ist eine Kopie eines im Original auf Papyrus geschriebenen Königsbriefes aus der Zeit um 2200 v.Chr. durch den Empfänger Horchuf, einen Gaufürsten von Assuan, überliefert, der den Text auf die Wand seines Grabes in Assuan meißeln ließ. (In diesem Brief gibt König Phiops [Pepi] II. [ † etwa 2160 v.Chr. ] Horchuf, der in Afrika einen Pygmäen gefunden hatte, Anweisungen für den sicheren Transport des Zwerges in die Residenz.) Um die Mitte des 2. Jahrtsd. v.Chr. bedienten sich die Pharaonen im diplomatischen Verkehr mit den vorderasiatischen Fürsten der babylonischen Sprache und der Keilschrift auf Tontafeln, wie die in der mittelägyptischen Ruinenstätte Tell el-Amarna (1888) gefundenen "Amarna-Briefe" (nach 1400 v.Chr.) und ähnliche Funde beweisen. In der babylonischen Überlieferung sind Briefe vor 1850 v.Chr. selten. Danach sind Tausende von Tontafelbriefen (in Keilschrift) durch Ausgrabungen zutage gefördert worden, so aus der assyrischen Handelsniederlassung in der anatolischen Stadt Kanisch (heute Kültepe), Geschäftsbriefe aus dem 19./18. Jh.v.Chr. und aus den Archiven der Könige von Babylon und Mari die administrative Korrespondenz aus dem ausgehenden 18. und 17. Jh. v.Chr.
Miniaturbücher sind (nach Meinung der Mehrzahl ihrer Sammler) heute Bücher, die in der Höhe und in der Breite ihres Einbandes nicht größer als 76,2 mm (3 inches) sind. (Es gibt auch auf die Seitengröße oder sogar auf den Satzspiegel bezogene Definitionen.) Das früheste bekannte Beispiel für ein Miniatur-"Buch" ist ein sumerisches Tontäfelchen aus der Zeit um 2060-2058 v.Chr.mit den Maßen 33 x 40 mm. Der Keilschrifttext handelt von Gold, wertvollen Steinen und Kupfer.
Das Alphabet ist die Gesamtheit der Schriftzeichen eines Schriftsystems in ihrer herkömmlichen Anordnung (benannt nach den ersten beiden Buchstaben des griechischen Alphabets [Alpha und Beta]). Die Anordnung der europäischen Alphabete geht auf das älteste semitische Alphabet (vermutlich aus dem 2. Viertel des 2. Jahrtsd. v.Chr.) zurück.  Das älteste bekannte, wahrscheinlich zwischen 1600 und 1200 v.Chr. niedergeschriebene Alphabet findet sich in Keilschrift auf einer Tontafel, die 1949 in Ugarit, dem heutigen Ras Schamra, Syrien, gefunden wurde (heute im Syrischen Nationalmuseum, Damaskus).
Den "Briefumschlag" kannten schon die Babylonier zu Beginn des 2. Jahrtsd. v.Chr. : Bei Ausgrabungen fand man (gebrannte) Tontafelbriefe, die, wohl zur Wahrung des Briefgeheimnisses, mit einer Tonschicht umhüllt waren. Ein solcher " Umschlag", der sich mit der inliegenden Tontafel beim Brennen seinerseits nicht verband, ließ sich zur Herausnahme des Briefes vom Empfänger leicht zerstören. (Bei den folgenden Beschreibstoffen Papyrus, Pergament, Papier rollte bzw. faltete man bis zur Erfindung des heutigen Briefumschlages [1820] den Brief derart, daß die Schrift nach innen zu liegen kam; das Ganze verschnürte man mit einer Kordel und versiegelte es [mit Wachs, Siegellack, Oblaten u.ä.].)
Die aus einer Bilderschrift hervorgegangene chinesische Schrift ist im Prinzip eine Wortschrift, deren einzelne Schriftzeichen ganze Wörter darstellen; sie war zu Ausgang des 2. Jahrtsd. v.Chr.schon voll ausgebildet. Da die chinesische Schrift in der Folgezeit nicht mehr grundsätzlich verändert wurde, ist sie das einzige alte Schriftsystem, das heute noch gebraucht wird.  (Im 4./5. Jh. übernahmen die Japaner, vor allem durch koreanische Vermittlung, die chinesische Schrift, paßten sie aber im 9./10. Jh. teils durch begriffswertige, teils lautwertige Verwendung der Wortzeichen und durch die Entwicklung einer Silbenschrift den Eigenheiten der japanischen Sprache an.)
Bedeutsame Keilschrifttexte wurden nicht in Ton eingedrückt, sondern in Stein gemeißelt. Ein Zeugnis hierfür ist die in der ersten Hälfte des 18. Jh. v.Chr. geschaffene, 2,25 m hohe (Diorit-)Gesetzesstele des altbabylonischen Königs Hammurapi (Chammurapi, Hammurabi) (1728 - 1686 v.Chr.), die (mit einem Hochrelief mit dem König vor dem Sonnengott Schamasch am oberen Ende) die älteste erhaltene Gesetzsammlung der Welt ("Codex Hammurapi") (und zugleich die umfangreichste Kodifikation des babylonischen Rechts) eingemeißelt enthält. Die Stele wurde 1902 in Susa gefunden und befindet sich heute im Louvre, Paris.  (Die aus Steininschrift und Bildrelief bestehende Gesetzesstele ist zugleich ein Beispiel für die Anfänge der "Textillustration".)
Hauptinformationsquellen der (auf die Praxis [Feldvermessung , Handel, Verwaltung] ausgerichteten) frühen ägyptischen Mathematik sind: der"Moskauer Papyrus" (Papyrus Moskau) aus dem18. Jh. v.Chr. (enthält geometrische und stereometrische Aufgaben des täglichen Lebens und ist das älteste erhaltene ägyptische mathematische "Buch"), der "Papyrus Rhind" (benannt nach A. Henry Rhind, der ihn 1858 erwarb) aus dem 17. Jh. v.Chr., wohl nach Vorlagen des 19. Jh. v.Chr., bezeichnet auch als Rechenbuch des Ahmose (Ahmes), des Schreibers des Papyrus, (enthält Aufgaben meist arithmetischen, geometrischen und stereometrischen Inhalts) und eine Lederrolle aus dem 17./16. Jh. v.Chr. (enthält eine Reihe von Stammbruchzerlegungen).
Haupterzeugnisse der altägyptischen Medizin sind acht bisher bekannte Papyri, von denen die bedeutendsten der"Papyrus Edwin Smith" (heute in New York, Historical Society) und der "Papyrus Ebers" (heute in Leipzig, Universitätsbibliothek) sind. Der Papyrus Edwin Smith (benannt nach dem amerikanischen Ägyptologen Edwin Smith[* 1822, † 1906], der ihn 1862 erwarb) beschreibt chirurgische Praktiken und stammt aus der Zeit um 1550 v.Chr., geht jedoch vermutlich auf eine Vorlage aus der Zeit um 2500 v.Chr. zurück. (Er dürfte das älteste chirurgische "Buch" sein.) Der Papyrus Ebers (1873 entdeckt von dem deutschen Ägyptologen Georg Ebers[* Berlin 1837, † Tutzing 1898]) enthält eine Rezeptsammlung für den Gebrauch von Gewürzen, Drogen, Pflanzen und stammt aus der Zeit um 1500 v.Chr.
Das seit etwa 1500 v.Chr. auf den Wänden der Königsgräber, später auch auf Papyri und Särgen aufgezeichnete ägyptische Buch "Amduat" (ägypt.- was in der Unterwelt ist), das in Bild und Text den Weg des Sonnengottes Re durch das unterweltliche Totenreich beschreibt, ist das älteste durchgehend illustrierte Buch der Literaturgeschichte. Es wurde zum Vorbild einer ganzen Gattung von sogenannten Unterweltsbüchern.
In Ägypten wurden spätestens seit etwa 2000 v.Chr. Kartographie und Vermessungskunde gepflegt. Im 13. Jh. v.Chr. entstand eine auf Papyrus gezeichnete Landkarte des nubischen Goldminenbezirks ("Goldminenpapyrus", heute im Museo Egizio, Turin). Sie gilt als älteste Berkwerkskarte.
Schriftenvernichtung (durch Zerschlagung) wird Moses, nach dem Alten Testament dem Führer der Israeliten aus der ägyptischen Unterdrückung und ihrem Gesetzgeber, zugeschrieben, der, sofern authentisch, um 1250 v.Chr. die steinernen Gesetzestafeln am Fuß des Berges Sinai zerschmettert hat. Er wird deshalb gelegentlich der erste Buchvernichter (Buchzerstörer) genannt.
Das älteste bekannte Traumbuch Ägyptens (mit Beschreibungen und Deutungen von Träumen), in hieratischer Schrift beschriebene Papyrusrollen (heute im Britischen Museum, London), stammt aus der Zeit um 1200 v.Chr., geht aber sehr wahrscheinlich auf wenigstens 600 Jahre ältere Vorlagen zurück.
Zur Nachrichtenübermittlung hat der mitteilungsbedürftige Mensch schon früh Hilfsmittel herangezogen. Das erste und einfachste war wohl die menschliche Stimme, d.h. vermutlich war der Kehlkopf der erste Sender, das Ohr der erste Empfänger. Neben Stimme und Ohren hat der Mensch indessen auch die Augen benutzt, um Botschaften auf Distanz auszutauschen. Deshalb war neben der akustischen "Telegrafie" ein weiteres altes System der Nachrichtenübermittlung die Lichttelegrafie, die Übermittlung von Nachrichten durch Lichtzeichen (Feuerzeichen, Rauchwolken, Spiegelung der Sonnenstrahlen). Sie kann als Vorläufer der optischen Telegrafie betrachtet werden.  So soll der Fall Trojas im Jahre 1184 v.Chr. mit Hilfe von Rauchsignalen über eine Entfernung von 555 km und neun Fackelstationen hinweg nach Argos gemeldet worden sein. Das behauptet wenigstens der griechische Dichter Aischylos (* Eleusis. 525 v.Chr., † Gela [Sizilien] 456 v.Chr.) in seinem Drama "Agamemnon".  Von dem griechischen Geschichtsschreiber Thukydides (* Athen um 460 v.Chr., † nach 400 v.Chr.) stammen erstmals genauere Aufzeichnungen über die Anwendung von vorher verabredeten Feuerzeichen (die Rauchtelegrafie erlaubt nicht die Übertragung frei formulierter Nachrichten), so im Peloponnesischen Krieg, 431-404 v.Chr.
Die Entstehung der griechischen Schrift war für das Abendland von entscheidender Bedeutung, insofern die Griechen, die wohl gegen Ende des 11. Jh. v.Chr. die Buchstabenschrift von den Phönikern übernahmen, auch Vokale schrieben und somit eine volle lautliche Wiedergabe ermöglichten (Lautschrift). Die ältesten Funde griechischer Schriftdenkmäler stammen jedoch erst aus dem 8. Jh. v.Chr. Ursprünglich wurden nur große Buchstaben (Majuskeln) verwendet (eckig als Kapitalschrift, gerundet als Unzialschrift); seit dem 2. Jh. v.Chr. gab es eine Geschäftsschrift (Kursive) für Briefe, Urkunden u.ä.; seit dem 9. Jh. n. Chr. entstand die Kleinbuchstabenschrift (Minuskelschrift). Die ältesten Zeugnisse griechischer Schrift sind meist als Inschriften in Stein überliefert; erst seit dem 4. Jh. v.Chr. ist die Schrift auf Papyrus bekannt ("Timotheos-Papyrus").
Die hebräische Schrift ist seit dem 11./10. Jh. v.Chr. als die der phönikischen nahestehende althebräische Schrift nachweisbar. Seit etwa dem 5./4. Jh. v.Chr. wurde sie durch eine Abart der damals weit verbreiteten aramäischen Schrift (des Verständigungsmittels für den ganzen Orient im 9. bis 7. Jh. v.Chr.) verdrängt und entwickelte sich im 2. bis 1. Jh. v.Chr. zu der heute gebräuchlichen hebräischen Quadratschrift. Die hebräische Schrift, die ursprünglich nur aus Konsonantenzeichen bestand, verwendete ab dem 8. Jh. n. Chr. Vokalbezeichnungen (durch Punkte und Striche), vor allem für Bibeln, Gebetbücher und Sprachlehren.
Tauben wurden wegen ihres guten Orientierungssinns und ihrer Flugtüchtigkeit (durchschnittliche Fluggeschwindigkeit ca. 60 km/h) schon früh zur Überbringung von (Brief-) Nachrichten eingesetzt (Brieftauben). In Ägypten und anderen Ländern des Mittleren Ostens wurde die Taubenpost um 1000 v.Chr. eingeführt. Etwa 500 Jahre später nutzten auch die Griechen und Römer Tauben zur Beförderung von Briefnachrichten. Die Araber setzten im 12. Jh. eine planmäßige Brieftaubenpost für Staatszwecke ein.  In Europa verwendete man Brieftauben erst im 16. Jh., u.a. im niederländisch-spanischen Krieg. In der Mitte des 19. Jh. bestanden Brieftaubenpostverbindungen u.a. zwischen Brüssel, Antwerpen und Paris, die vor allem für das Übermitteln von Börsennachrichten und Zeitungsmeldungen genutzt wurden; in Aachen unterhielt die Nachrichtenagentur Reuter ab 1849 eine Taubenpost. Mit der Entwicklung der Telegrafie verlor die Brieftaubenpost allmählich ihre Bedeutung.
Neben den im Altertum als billiges Schreibmaterial anstelle des teuren Papyrus für Rechnungen, Quittungen, kurze Geschäftsbriefe, Notizen u.ä. verwendeten Scherben von zerbrochenen (Ton-) Gefäßen (griech.- Ostraka) kam in der Alten Welt als weiterer Schriftträger die wiederverwendbare Wachstafel im 1. Jahrtsd. v.Chr. (etwa um 300 v. Chr. in Ägypten, von Homer [ 8. Jh. v.Chr.] bezeugt) auf, die dann vor allem bei Griechen und Römern weite Verbreitung fand.  Die Wachstafel, eine zumeist mit schwarzgefärbtem Bienenwachs ausgegossene flach ausgehöhlte Holztafel, wurde mit dem Griffel aus Metall, Knochen oder Elfenbein beschrieben, der an einem Ende zum Einritzen der Schriftzeichen zugespitzt, am anderen Ende zum Löschen von Geschriebenem falzbeinartig platt war.  Im kaiserlichen Rom wurde es üblich, Wachstafeln paarweise zum sogenannten Diptychon (griech.), zu dritt zum Triptychon (griech.) und in einer größeren Anzahl zum Polyptychon (griech.) beweglich zusammenzufügen, indem man sie an einer Kante durch Ringe, Riemen, Scharniere u.ä. miteinander verknüpfte. Diese Mehrtafelbücher scheinen das unmittelbare Vorbild für den Codex gewesen zu sein.
Die Lehrdichtung (lehrhafte Dichtung) ist der Sammelbegriff für die auf die Vermittlung von Wissen bzw. auf die Belehrung in poetischer Form abzielende Literatur. Die ältesten überlieferten Lehrdichtungen (in Hexametern) sind die Epen "Theogonia" (griech.Göttergeburt) und "Erga kai hemerai" (griech.- Werke und Tage) des griechischen Dichters Hesiod (Hesiodos) aus Askra in Böotien (um 700 v.Chr.).
Obwohl das alte Kulturland Ägypten durch die Hieroglyphenschrift, die Fabrikation des Papyrus als Beschreibstoff und die Ausbildung der Buchrolle für das Buchwesen eine große Bedeutung hatte, sind in ihm keine eigentlichen Bibliotheken, sondern nur Archive und kleine Sammlungen kultischer Schriften in den Tempeln nachweisbar.  Die älteste bekannt gewordene Bibliothek ist die Tontafelsammlung assyrisch-babylonischer Literaturdenkmäler des assyrischen Königs Assurbanipal (668 bis etwa 627 v.Chr.) in Ninive, die in den Jahren 1845 - 1854 ausgegraben wurde. Sie befindet sich heute zum größten Teil im Britischen Museum, London.
Die lateinische Schrift entwickelte sich seit dem 7. Jh. v.Chr. unter starkem Einfluß des Etruskischen aus der griechischen Schrift. Älteste lateinische Schriftdenkmäler stammen aus dem 6. bis 4. Jh. v.Chr. Die lateinische Schrift wurde mit der lateinischen Sprache (ursprünglich Sprache der Römer) zunächst über den westlichen Teil des Römischen Reichs und schließlich, besonders mit der Ausbreitung des Christentums, weltweit verbreitet.
Der vielleicht älteste Fall von obrigkeitlicher Schriftenvernichtung durch Feuer fand (laut dem biblischen Buch Jeremias) um 604 v.Chr. statt: Von einer Buchrolle, in die der Prophet Jeremias die ihm von Jahwe offenbarten Warnungen an das Haus Juda hatte schreiben lassen, schnitt Jojakim, König von Juda (608 -598 v.Chr.), jedesmal, wenn er einige Spalten gelesen hatte, sie ab und warf sie ins Feuer.
Die erste bekannte und einzig erhaltene (im Britischen Museum, London, aufbewahrte) Weltkarte stammt aus spätbabylonischer Zeit (um 600 v.Chr.): eine schematische, in eine Tontafel eingeritzte Darstellung der Welt als einer im Weltmeer schwimmenden Scheibe mit Babylon in der Mitte.
Die Geheimschrift, die verschlüsselte oder unsichtbar gemachte und nur für Eingeweihte lesbare Schrift, ist wohl so alt wie die schriftliche Kommunikation überhaupt.  Wie in der griechischen Antike die Spartaner Nachrichten verschlüsselten, beschrieb der griechische Philosoph und Schriftsteller Plutarch (Plutarchos) (* Chaironeia um 46 n.Chr., † um 120): Zur Übermittlung geheimer Nachrichten mußten Absender und Empfänger beide eine sogenannte Skytale haben, das waren zwei zylindrische Stäbe mit genau dem gleichen Radius. Der Absender wickelte einen schmalen Papyrus- oder Pergamentstreifen spiralförmig um seinen Stab und schrieb dann der Länge nach seine Nachricht auf den Streifen. War der Streifen abgewickelt, konnte nur derjenige die Nachricht lesen, der einen Stab genau desselben Umfangs besaß.  Mit diesem Chiffriersystem, bei dem die Buchstaben des Klartextes zwar erhalten bleiben, aber umgestellt oder versetzt (verwürfelt) werden (Transposition, Versetzung oder Verwürfelung), ließen ab etwa dem 6. Jh. v.Chr. die Ephoren, die höchsten Beamten Spartas, im Kriegsfall Generälen des spartanischen Heeres geheime Nachrichten zukommen.
Der Perserkönig Dareios I. (* 550 v.Chr., † 486 v.Chr.; seit 522 v.Chr. König) soll laut dem griechischen Geschichtsschreiber Diodor (1. Jh. v.Chr.) ein ausgebautes Nachrichtensystem in seinem Reich unterhalten haben: Posten auf Bergen und Türmen schrien nacheinander Nachrichten und Befehle weiter. Auch die Gallier sollen im 1. Jh. v.Chr. ein ausgeklügeltes Rufposten-Kommunikationssystem aufgebaut haben, beschrieben von Gaius Iulius Caesar (* Rom 100 v.Chr., † ebd. 44 v.Chr.) in "Commentarii de bello Gallico" (52/51 v.Chr.). Weitere Fälle der akustischen Telegrafie (bei der Schallwellen als Übertragungsmedium verwendet werden)sind außer dem Vorgang der unmittelbaren Nachrichtenübermittlung durch Rufposten die Technik, die menschliche Stimme durch Röhren zu leiten (älteste gefundene Sprachrohrverbindung um 1000 v.Chr. in der Nuraghe "Su Nuraxi", Sardinien) sowie die bei vielen Naturvölkern noch heute verbreitete Trommeltelegrafie, bei der Trommeln nach einem festen Signalcode benutzt werden.
Die erste griechische Weltkarte (Erdkarte, die Wiedergabe der gesamten Erdoberfläche in einer geographischen Karte) soll der griechische Naturphilosoph Anaximander (Anaximandros) (* um 610 v.Chr., † um 546 v.Chr.) um 560 v.Chr. verfertigt haben.
Aus der von alters her bekannten Nachrichtenübermittlung durch laufende, reitende und fahrende Boten hat sich das heutige Postwesen als eine öffentliche Dienstleistungseinrichtung entwickelt. Die Entwicklung nahm ihren Ausgang von dem Postsystem, das der Perserkönig Kyros II., der Große, (König seit 559 v.Chr., † 529 v.Chr.) um 550 v.Chr. für sein großes Reich organisiert hatte: Den amtlichen Nachrichtendienst des Königs mit seinen Statthaltern vermittelten regelmäßig reitende Eilboten (Angaroi [griech. aus pers.]), die an festen Stationen Reiter und Pferde wechselten (Stafette). Dieses von Alexander dem Großen, König von Makedonien (336-323 v.Chr.), und den Seleukiden (312 -64 v.Chr.) beibehaltene persische Postsystem (Angaroin [griech.]) wurde später Vorbild für die Staatspost des Römischen Reiches (cursus publicus).
Die Grammatik (Sprachlehre) als Wissenschaft entstand im indogermanischen Sprachraum unabhängig voneinander im 6./5. Jh. v.Chr. in Indien und im 5. Jh. v.Chr. in Griechenland.  Die älteste erhaltene Sanskrit (altind. zurechtgemacht) - Grammatik und die zugleich älteste Grammatik überhaupt ist die von dem indischen Grammatiker Panini (6./5. Jh.v.Chr.) im 5. Jh. v.Chr. verfaßte "Ashtadhyayi" (sanskr.- Acht Bücher grammatischer Regeln). (Das altindische Sanskrit ist die noch heute in Indien verwendete Literatur- und Gelehrtensprache.)
Privatbibliotheken (Bibliotheken im Besitz von Privatpersonen) sind im alten Griechenland erstmalig ab dem 5. Jh. v.Chr. nachweisbar. Die bedeutendste private Büchersammlung war die des Aristoteles (* Stagira 384 v.Chr., † bei Chalkis [auf Euböa] 322 v.Chr.).
Das früheste römische Gesetzgebungswerk ist die um 451/450 v.Chr. von einer Zehnmännerkommission geschaffene "Lex duodecim tabularum" (lat. Zwölftafelgesetz), die das bis dahin geltende Gewohnheitsrecht teils fixierte, teils modifizierte und bis in die frühe Kaiserzeit Grundlage für das gesamte private und öffentliche Rechtsleben war.
Laut einem Bericht des griechischen Geschichtsschreibers Polybios (* Megalopolis um 200 v.Chr., † um 120 v.Chr.) erfanden um 450 v.Chr. Kleoxenos und Demokleitos eineFackeltelegrafie, mit der die Buchstaben des Alphabets mit Hilfe einer schachbrettförmig in fünf mal fünf Felder mit den 25 Buchaben unterteilten quadratischen Tafel in zwei aufeinanderfolgenden Phasen durch Fackelzeichen übermittelt werden konnten.  (Wurden z.B. auf der linken Seite der Telegrafenstation drei Fackeln in die Höhe gehalten, so war von der Gegenstation der übermittelte Buchstabe in der dritten waagerechten Reihe der Tafel zu suchen. Wurden anschließend zwei Fackeln auf der rechten Seite hochgehalten, so wurde die zweite senkrechte Reihe angezeigt; das Feld im Schnittpunkt beider Reihen ergab den gewünschten Buchaben.) War es mit der Lichttelegrafie bisher nur möglich, zuvor abgesprochene Nachrichten zu bestätigen oder zu verneinen, so ließen sich jetzt mit der neuen "Fernschrift" auf Sichtweite erstmals vollständige Unterhaltungen führen. Allerdings konnten mit diesem etwas umständlichen Verfahren längere Texte nur langsam übermittelt werden. (Irgend jemand hat ausgerechnet, daß allein zur Übermittlung der Nachricht "Einhundert Kreter desertiert" eine halbe Stunde als Übertragungszeit anzusetzen war.)
Herodot (Herodotos) (* Halikarnassos [heute Bodrum] um 490 v.Chr., † um 425 v.Chr.) verfaßte mit seinem Geschichtswerk "Histories apodexis" (griech.Forschungsbericht), entstanden um445 v.Chr., die erste historische Darstellung des Abendlandes und begründete die griechische Geschichtsschreibung.
Nach antiken, aber sehr wahrscheinlich zu bezweifelnden Berichten soll im alten Griechenland die erste Bücherverbrennung 415 oder 411 v.Chr. auf dem Marktplatz in Athen stattgefunden haben. Verbrannt wurden die Schriften des griechischen Philosophen Protagoras (`Abdera um 481 v.Chr., * um 411 v.Chr.), der wegen seiner skeptisch-atheistischen Schrift "Über die Götter" aus Athen verbannt wurde.
Der griechische Dichter Timotheos von Milet (* um 450 v.Chr., † um 360 v.Chr.) schrieb einen Nomos (eine poetisch-musikalische Weise für kultische Zwecke) mit dem Titel "Persai" (griech.- Die Perser), als Fragment überliefert auf einer Papyrusrolle aus dem 4. Jh. v.Chr., die 1902 in einem Grab des Dorfes Abusir (Unterägypten) gefunden wurde. Der Timotheos-Papyrus ist das älteste erhaltene griechische Buch.
Die Enzyklopädie (frz. aus griech.-mlat., "Grundlehre aller Wissenschaften und Künste") ist ein Nachschlagewerk, in dem der gesamte Wissensstoff aller Disziplinen oder nur eines Fachgebietes in systematischer oder alphabetischer Anordnung dargestellt ist. Für ein alphabetisch geordnetes Nachschlagewerk für alle Wissensgebiete oder ein bestimmtes Sachgebiet ist die Bezeichnung "Lexikon" (griech.) (Wörterbuch) gebräuchlich. Die Anfänge der systematischen Enzyklopädie werden auf den griechischen Philosophen und Neffen Platons Speusippos (* um 408 v.Chr., † Athen 339 v.Chr.) zurückgeführt, von dessen Enzyklopädie allerdings nur wenige, vor allem naturhistorische, mathematische und philosophische Fragmente erhalten sind.
Versuche im alten Griechenland, eine Art Stenographie (Kurzschrift) (Tachygraphie [ griech. Schnellschrift]) zu entwickeln, gehen auf das 4. Jh. v.Chr. zurück. Allerdings sind nur einige wenige Beispiele für dieses aus Teilen griechischer Buchstaben gebildete Kurzschriftsystem an Bauten, auf Wachstafeln und papyri erhalten, und nur wenige konnten entziffert werden.
Seit dem Beginn menschlicher Kultur haben Mineralien und Gesteine als Rohstoffe für Werkzeuge eine Rolle gespielt. Die in der Frühzeit vorhandenen Kenntnisse sind uns jedoch nicht überliefert. Ernsthafte Bemühungen, die Mineralien zu klassifizieren, unternahmen erst die Griechen und Römer.  Das erste erhaltene, zusammenfassende Werk, das sich ausschließlich mit Mineralien befaßt, ist die Schrift "Peri lithon" (griech.- Über die Gesteine) des griechischen Philosophen und Naturforschers Theophrast (Theophrastos) (* Eresos auf Lesbos 371 v.Chr., † Athen 287 v.Chr.).
Der Periplus (griech.- Umsegelung) (Pl.: Periploi, auch Periplen) war im Altertum eine Beschreibung von Meeresküsten, Erdteilen, Ländern oder Inseln, auch mit nautisch-technischen Angaben. Einer der ältesten im Griechischen erhaltenen Periploi (4. Jh. v.Chr.) trägt den Namen des Skylax von Karyanda, der Ende des 6. Jh. v.Chr. auf Befehl des Perserkönigs Dareios I. (522-486 v.Chr.) eine Forschungsreise bis zur Mündung des Indus unternahm. Im Mittelalter hießen solche Küstenbeschreibungen Portolane.
Der griechische Mathematiker und Astronom Autolykos von Pitane (4. Jh. v.Chr.), ein älterer Zeitgenosse von Euklid, verfaßte um 330 v.Chr.(?) eine Schrift über "die bewegte Kugel" (Geometrie der Kugel unter astronomischen Aspekten), die das älteste vollständig erhaltene mathematische Werk der griechischen Literatur ist.
Der griechische Mathematiker Euklid (Eukleides) (* um 365 v.Chr., † um 300 v.Chr.) ist der Verfasser des ältesten vollständig erhaltenen Lehrbuches der griechischen Mathematik "Ta stoicheia"(griech.- Die Elemente) (entstanden um 325 v.Chr.), das bis ins 19. Jh. die grundlegende Einführung in die Mathematik blieb. (Erste Druckausg. [lat.]: Venedig 1482, [griech.]: Basel 1533.)
Unter Ptolemaios II. Philadelphos, König des hellenistischen Ägyptens (283 -246 v.Chr.), entstand die älteste griechische Übersetzung des hebräischen Alten Testaments, die sogenannte Septuaginta (lat.: septuaginta- siebzig; nach der Legende von 72 jüdischen Gelehrten angefertigt), meist mit LXX bezeichnet. Die Septuaginta wurde in zahlreichen Handschriften überliefert, von denen die älteste erhaltene aus dem 2. Jh. v.Chr. stammt (Fragmente des Deuteronomiums). (Der LXX-Text wurde erstmals in der Polyglottenbibel, Alcalá de Henares 1514 - 1517, gedruckt.)
Von den in der hellenistischen Zeit entstandenen Öffentlichen Bibliotheken ist die älteste und bedeutendste die aus zwei Teilbibliotheken bestehende Bibliothek in Alexandria (Alexandrinische Bibliothek [Ptolemäische Bibliothek]), gegründet von Ptolemaios I. Soter (305-283 v.Chr.) und Ptolemaios II. Philadelphos (283 -246 v.Chr.). Die große Alexandrinische Bibliothek (im Museion) mit etwa 700.000 Buchrollen wurde 47 v.Chr. durch Brand größtenteils zerstört, die kleinere (im Serapeion) mit über 40.000 Buchrollen wurde 391 n. Chr. vernichtet. Ein 1914 in Oxyrhynchos,einer antiken Stadt in Mittelägypten, heute El-Behnesa, aufgefundener Papyrus verzeichnet die Gelehrten, die der Alexandrinischen Bibliothek von Anbeginn bis 145 v.Chr. vorstanden. Zenodot (Zenodotos), alexandrinischer Grammatiker des 3. Jh. v.Chr. aus Ephesus, war ihr erster Vorsteher.
Tierhäute gehören zu den ältesten Beschreibstoffen. Zu Leder gegerbt und in Rollenform wurden sie wahrscheinlich noch vor der Papyruszeit in Ägypten verwendet. Eine spezielle Bearbeitung der Tierhaut führte zum Pergament. Pergament ist ein Beschreibstoff aus enthaarten, geglätteten, oft eingekreideten, ungegerbten Tierhäuten (Schaf-, Ziegen-, Kalbfelle), die nach einem Kalkbad unter Spannung getrocknet werden. Pergament wurde angeblich im 3. Jh. v.Chr. erfunden, als Ägypten die Ausfuhr von Papyrus nach Pergamon sperrte, um die Konkurrenz der pergamenischen Bibliothek (begründet von Eumenes II. Soter, König von Pergamon [seit 197 v.Chr., † 160/159 v.Chr.]) mit der alexandrinischen Bibliothek zu verhindern. (Pergament dürfte es aber schon viel früher gegeben haben, wenngleich Nachrichten über die Herstellungsart erst aus dem Mittelalter überliefert sind. Mit Sicherheit kann nur gesagt werden, daß das Pergament nach der Stadt Pergamon benannt wurde.) Haltbarer und zur Beschriftung besser geeignet als Papyrus, notfalls nach Abschabung der Schrift auch erneut beschreibbar, trat Pergament seit dem 4./5. Jh. als Schreibmaterial an dessen Stelle. Nach Erfindung des Papiers verlor das Pergament seit dem 15./16. Jh. an Bedeutung.  Schreibgerät für das Pergament war die Rohrfeder (Gänsefeder, gelegentlich die Metallfeder).
Eine bis in die Antike zurückreichende Wurzel der Computerentwicklung ist der Automat (griech.Selbstbeweger), ein System (Maschine, Vorrichtung), bei dem nach einer Schaltbetätigung (Auslösung) ein programmierter Prozeß selbsttätig abläuft. Automaten gab es mit Sicherheit schon im 3. Jh. v.Chr. So beschrieb der griechische Mechaniker Philon von Byzanz (2. Hälfte des 3. Jh. v.Chr.) in seiner "Mechanike syntaxis" nach pneumatischen Gesetzen gebaute Apparate. In dieser Zeit waren auch automatische astronomische Anzeigegeräte in Gebrauch. Ein berühmtes Beispiel für Automaten waren die sich selbsttätig öffnenden Tempeltüren, die der griechische Mechaniker und Mathematiker Heron von Alexandria (1. Jh. n.Chr.) gebaut hatte. Auch im Mittelalter übten Automaten (mechanische Puppen, Spieluhren, Uhren mit Figurenwerk, Glockenspiele u.ä.) eine große Faszination aus. Nicht minder beeindruckend waren die mechanischen Musikinstrumente, die im 16. Jh. auftauchten. In der Renaissance fertigte man lebensgroße